"Viel Optimismus"

Beilngries (DK 16.12.2013) In einer mehr als dreistündigen Sitzung haben Bürgerliste-Parteiloser Block/Freie Wähler die 20 Kandidaten für den Stadtrat gewählt. Im Überschwang des Abends war sogar von einer „absoluten Mehrheit“ im Stadtrat die Rede.

Nach einem langen Abend, unzähligen Wahlvorgängen unter Beachtung kaum verständlicher Formalitäten stand Wahlleiter Franz Schmidtner mit einem Lächeln auf und verkündete: „Bei dieser Liste müssen sich die anderen warm anziehen.“ In seinem Redefluss bedauerte er es sogar, dass „wahrscheinlich nur zehn der 20 Kandidaten“ den Einzug in den Stadtrat schaffen werden. Zur Erinnerung: Derzeit haben BL/FW lediglich acht Sitze.

Die gute Laune und das Selbstbewusstsein der Gruppierung zogen sich wie ein roter Faden durch den Abend. Unisono lobten der Zweite Bürgermeister Manfred Thoma und Fraktionssprecher Anton Bauer die eigene Arbeit und zählten einen Berg an Erfolgen auf. Das war so umfangreich, dass Bürgermeisterin Brigitte Frauenknecht ihre vorbereitete Rede kürzte, um sich nicht zu wiederholen.

In diese Lobeshymnen stimmte sogar Helmut Schloderer ein, der derzeit als parteiloser Kandidat für die SPD im Stadtrat sitzt, aber bei der Kommunalwahl im März für BL/FW antreten wird. Er lobte den „neuen Stil im Rathaus“, der mit Bürgermeisterin Frauenknecht dort eingezogen sei. Seine Worte trafen offensichtlich ins Schwarze, denn die 35 BL/FW-Anhänger wählten Schloderer prompt auf Platz vier ihrer Liste.

Dass die Konkurrenz von der CSU nur wenige hundert Meter weiter zeitgleich ihre Kandidatenliste verkündete, spielte keine Rolle – bis auf den ein oder anderen Seitenhieb. So betonte Zweiter Bürgermeister Thoma, dass Frauenknecht in den vergangenen sechs Jahren 100 000 Euro an persönlichem Budget weniger ausgegeben habe, als ihr Vorgänger. Thoma thematisierte auch den Schuldenstand. Frauenknecht habe bei 7,9 Millionen Euro übernommen, zwischenzeitlich seien es fast zehn Millionen gewesen und am Jahresende werden es demnach 7,6 Millionen Euro sein, dozierte er. Bei der Jugendarbeit stellte Thoma fest, dass „viel Kritik von der anderen Seite“ gekommen sei – aber keine Vorschläge.

In die gleiche Kerbe schlug auch Fraktionssprecher Anton Bauer: „Beilngries steht heute besser da als vor sechs Jahren.“ Er sprach von mehr als 100 Projekten, in die rund 30 Millionen Euro investiert worden seien: Kläranlage, Wasserversorgung, Rathaus, Haus des Gastes, Mittelschule, DSL-Versorgung, Dreifachhalle – die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Obwohl Bauer nur einen kleinen Abriss daraus vortrug, zog sich die Vorstellung hin. Bei all dem wahlkampftypischen Eigenlob gab es aus Sicht von BL/FW auch einen Wermutstropfen. Mit den Stadträten Ingrid Seidenbusch, Franz Schmidtner und Anton Karg verlassen „drei politische Schwergewichte“ das Team, wie es Bauer formulierte. Ersetzt wurden sie mit „neuen engagierten Bürgern“, so dass die Gruppe mit „viel Optimismus in die Wahl“ geht.

Von Markus Meßner