Neubau einer 3-fach-Sporthalle mit Mehrfachnutzung

Halle soll der Stadt gehören DK 03.02.2013

Beilngries (pjs) Der Bau der Dreifachhalle mit Mehrzwecknutzung bringt die Chance mit sich, auch die Eigentumsverhältnisse an der Vierfachhalle des Gymnasiums Beilngries neu zu regeln. Diese Möglichkeit möchte die Stadt nutzen.

 

Deshalb stimmte der Stadtrat grundsätzlich einem „Tausch“ mit dem Landkreis zu. Dieser übernimmt die städtischen Anteile von 16 zu 42 an der Vierfachhalle, Beilngries wird dafür alleinige Eigentümerin des neuen Gebäudes. „Finanziell in etwa die gleiche Belastung“, stellte Kämmerer Andreas Maget dem Gremium in der öffentlichen Sitzung in Aussicht. Wie die Zahlen im Einzelnen aussehen, wird der Stadtrat sich hinter verschlossenen Türen noch einmal genau ansehen.

Maget nannte vor allem die klare Trennung der beiden Bereiche einen Vorteil, denn bei jeder Rechnung, seien es Betriebskosten oder andere, müssten eben jene historisch bedingten 16/42 herausgezogen werden. Das Eigentumsverhältnis spiegele zudem nicht mehr das Größenverhältnis der Schülerzahlen wieder.

Da die Gymnasiumshalle wohl auch eher saniert werden müsse, sei die Stadt in diesem Bereich dann nicht gefordert. Mit dem alleinigen Eigentum der neuen Mehrzweckhalle mit Ganztagesbetreuung sei die Stadt auch bei Vermietung und Verwaltung zuständig. Einstimmig beschloss der Stadtrat, diese „klare und eindeutige Lösung“ in Form einer Vereinbarung mit dem Kreis umzusetzen.

Keine Einwände hatte der Stadtrat, dass das Hotel Gams an drei Zimmer in der Schneider-Peterle-Gasse je einen kleinen Austritt anbaut. Für die Feuerwehrdrehleiter sei die Zufahrt ohnehin zu schmal, der Lieferverkehr werde nicht behindert, erläuterte Markus Liebscher. Als Grund für das Vorhaben im ersten Stock gab er an, dass aus den Fenstern heraus geraucht werde. Neben dem Vorteil für die Gäste verwies Liebscher darauf, dass der Rauch dann künftig nicht mehr im Zimmer hängen würde.

Mit vier Gegenstimmen erteilte das Gremium dem Bauantrag des Schützenvereins Almberg Irfersdorf das Einvernehmen. Der Verein möchte eine Bogenhalle bauen. Diese ist 25 Meter lang und sieben Meter breit (Traufhöhe drei Meter) und wird neben einem städtischen Zuschuss auch mit Geld von Altmühl-Jura gefördert.



Fast einhellig für Mehrzwecknutzung

Beilngries (DK) Die Würfel sind gefallen: Bei zwei Gegenstimmen hat der Stadtrat die Grundsatzentscheidung für den Neubau einer Dreifach-Sporthalle mit Mehrzwecknutzung gefällt. Die Mehrkosten durch die Mehrzwecknutzung sollen sich auf „nur“ rund 700 000 Euro belaufen.

 

Bürgermeisterin Brigitte Frauenknecht (BL/FW) sprach am Donnerstagabend vor dem Einstieg in das Hauptthema der Sitzung von einer äußerst wichtigen Entscheidung, die das Gremium zu treffen habe, und einem Kraftakt, den es zu stemmen gebe. Die Zeit dränge, der Schulbetrieb erfordere Entscheidungen, es könne nicht mehr länger gewartet werden. Für die Stadt Beilngries sei dies die wahrscheinlich letzte Chance, eine Mehrzweckhalle zu erhalten.

Stadttechniker Thomas Seitz erläuterte die in den einzelnen Stadtratsfraktionen intern bereits behandelten Lösungsvarianten. In Zusammenarbeit mit dem Landkreis Eichstätt entstehe für Real- und Mittelschule eine neue Dreifach-Sporthalle mit Räumen für eine Ganztagsbe-treuung. Als Baubeginn sei das Frühjahr 2013 vorgesehen. Bei den Nebenleistungen seien bereits erste Auftragsvergaben erfolgt.

Laut Seitz belaufen sich die geschätzten Gesamtkosten für die normale Dreifach-Sporthalle mit Ganztagesbereich (Variante 2) auf 7,23 Mill. €, wobei der Kreis rund 3 Mill. € und die Stadt rund 1,57 Mill. € zu tragen habe, der Rest seien Fördermittel.

Aus Sicht der Verwaltung wäre die „Variante 2a mit Mehrfachnutzung und großer Unter-kellerung“ (geschätzte Gesamtkosten: 8.340.875 €, Eigenmittel Landkreis: 3.037.846 €, Eigenmittel der Stadt: 1.571.181 €, Mehranteil Stadt für Mehrzwecknutzung: 1.104.807 €) die beste Lösung, doch aus finanziellen Gründen müsste die „Variante 2b“ Berücksichtigung finden. Die Kosten für die „kleine Lösung“ Lösung mit Teilunterkellerung, Lüftung und Ganztagsbereich würden sich auf 7.940.167 € belaufen. Die Eigenmittel des Landkreises würden 3.037.846 €, der Eigenanteil der Stadt für die Sporthalle 1. 571. 181 € und für die Mehrfachnutzung zusätzlich 704.100 € betragen. Der Eingangsbereich mit geräumigem Foyer und der vorhandenen Mensa inklusive Toiletten biete für eine Mehrzweckhalle optimale Voraussetzungen. Bei Großveranstaltungen könnten die WC-Anlagen in der Mittelschule mitverwendet werden.

Für eine auch in der Diskussion stehende Nachrüstung der Vierfach-Turnhalle des Gymnasiums, die mindestens eine halbe Million Euro kosten würde (Variante 1), sah Stadttechniker Seitz keine „schlagkräftigen Vorteile“. Eine Bewirtung wäre dort nur schlecht möglich, zusätzliche Forderungen für den Brandschutz noch offen, Sanitäreinrichtungen nicht für Erwachsene geeignet. Die Verwaltung rate daher von dieser Lösung ab.

Weiter erfuhren die Räte die Mehrkosten für einen Ausbau der Halle nach den Vorgaben der Versammlungsstättenverordnung. Diese gliedern sich wie folgt auf: Mehrkosten insgesamt: 704.100 €; Keller: 257.955 €, Brandschutz: 86.195 €, Mehraufwand Einbauten/Gerüste: 15.792 €, Lüftung: 234.430 €, Strom, Wasser, Abwasser, Sonstiges: 49.301 €, Elektroanlage: 37.817 €, Baunebenkosten: 22.610 €.

Die Unterhaltskosten für die Mehrzweckhalle inklusive Lüftungsanlage schätzt die Ver- waltung auf zirka 71.000 € im Jahr. Umgerechnet auf eine Dreifach-Halle würden diese etwa 53.250 € im Jahr betragen, hat die Verwaltung errechnet. Die zusätzlichen Kosten für Bestuhlungen, Hausmeisterdienst müssten direkt an die jeweiligen Hallennutzer weiterver-rechnet werden, die Mehraufwendungen für die Reinigung, den Energieverbrauch und die grundsätzliche Hallennutzung über eine Miete abgedeckt werden.

Wie Thomas Seitz weiter ausführte, habe der Landkreis angeboten, dass im Falle einer Mehrzwecknutzung die komplette Hallenverwaltung und auch der Hallenunterhalt bei der Stadt Beilngries liegen soll. Im Gegenzug würde der Kreis den kompletten Unterhalt der Vierfach-Halle übernehmen.

Von Josef Riedl



Klotz am Bein nicht so groß

 

Zum Artikel „Fast einhellig für Mehrzwecknutzung“, DONAUKURIER vom 31. März/1. April:

 

Es ist bei vielen Lesern der Eindruck entstanden, dass die Betriebskosten, wie vom Stadtratskollegen Hans-Dieter Niederprüm aufgeführt, für die Mehrzweckbenutzung der Dreifach-Turnhalle pro Jahr 80.000 € betragen. Dies ist natürlich nicht so und bedarf einer Richtigstellung.

Offen bleibt grundsätzlich, woher die Zahl 80.000 € kommt. Aber um eine Richt- größe zu nennen: Nach Auskunft des Kreiskämmerers betragen die Betriebskosten der Vierfach-Turnhalle beim Gymnasium im Durchschnitt zirka 71. 000 € pro Jahr. Wenn man diese Kosten hernimmt und auf die Dreifach-Halle umrechnet, ergeben sich Betriebskosten von 53.218 Euro pro Jahr für den reinen Turnhallenbetrieb. Von diesem Betrag müsste der Landkreis 35.479 Euro bezahlen, ist gleich zwei Drittel, die Stadt 17.739 Euro, ist gleich ein Drittel.

Für die Räume der Ganztagesbetreuung – dies sind 465 Quadratmeter – fallen auch Betriebskosten an. Die Höhe dieser Kosten kann noch nicht genau beziffert werden. Kreis und Stadt tragen diese Kosten gemeinsam (im Verhältnis 43 % zu 57 %). Für die Betriebskosten der Turnhalle und den Mensabereich muss die Stadt auch auf- kommen, wenn die Halle ohne Mehrfachbenützung gebaut würde.

Wenn wie beabsichtigt die logistischen Kosten bei Veranstaltungen der Veranstalter selbst zu erbringen hat, halten sich aus meiner Sicht auch die Betriebskosten in Grenzen. Die genaue Höhe kann auch noch niemand exakt bestimmen. Es sei noch erwähnt, dass die Stadt auch jetzt schon zirka 40.000 € Betriebskosten für die städtischen Turnhallen aufbringen muss. Es zeigt sich, dass das geschilderte Horror-szenario von 80.000 Euro Betriebskosten für die Mehrzwecknutzung sicherlich nicht der Realität entspricht.

Den beiden Stadtratskollegen Regnath und Niederprüm, die gegen die Mehrfach-nutzung gestimmt haben, sei gesagt: Beide haben bei der Abstimmung zum Bau der Turnhalle am 18. September 2008 zugestimmt. Damit haben sie gleichzeitig auch den Betriebskosten für die Turnhalle mit Ganztagsbetreuung von zirka 30.000 € zu- gestimmt. Der Klotz am Bein für die Mehrzwecknutzung, wie von Herrn Regnath bei der Sitzung ausgeführt, ist aber bei näherer Betrachtung bei weitem nicht so groß wie befürchtet.

Manfred Thoma

Stadtrat (BL/FW)  Sh.