Vorstand und Stadtratsmitglieder treffen sich zur Klausurtagung

Lob für Umgehungsstraßenbau, Kritik am Kindergartenstandort

Vorstand und Stadtratsmitglieder von Bürgerliste/Freie Wähler stimmen sich bei Klausurtagung auf die kommenden Aufgaben ein

Beilngries (DK) In bewährter Form haben sich Vorstand und Fraktion von Bürgerliste/Freie Wähler in Beilngries zum Jahresbeginn zu einer Klausurtagung am 08. 01. 2017 getroffen. In einer Pressemitteilung halten sie die wichtigsten Aspekte fest. Man blicke hoffnungsvoll in die Zukunft. „Nachdem sich der seit 2010 eingeschlagene Trend, die Schulden kontinuierlich zurückzuführen, wahrscheinlich auch 2016 fortgesetzt hat, können nun notwendige größere Investitionen getätigt werden“, heißt es in der Mitteilung.

Zufrieden zeigte sich Fraktionssprecher Anton Bauer darüber, dass Bürgermeister Alexander Anetsberger erfolgreich die Grundstücksverhandlungen für den ersten Bauabschnitt der Umgehungsstraße abschließen konnte und er den Baubeginn für 2017 angekündigt hat. „Auch wenn ein früheres Versprechen der CSU, dass im Jahr 2008 die ersten Autos bereits auf der Umgehungsstraße fahren, wahrscheinlich erst mit zehnjähriger Verspätung eingelöst werden kann“, so Bauer, sieht er darin doch einen wichtigen Meilenstein für die Weiterentwicklung von Beilngries. „Der im Haushalt 2015 für 185 000 Euro bereits eingeplante Bau einer zusätzlichen Umfahrungsstraße beim Gymnasium für den Schulbusverkehr wird jetzt hoffentlich gestrichen“, fordert die Bürgerliste. Laut Bauer hatte seine Fraktion von Anfang an vehement gefordert, das für diese Entlastungsstraße eingeplante Geld besser für Grundstückskäufe an der Umgehungsstraße zu verwenden. Durch den bevorstehenden Baubeginn werde ein sinnvoller, positiver Anfang gemacht, doch einen spürbaren Entlastungseffekt gibt es laut Stadtrat Helmut Schloderer erst, wenn auch der zweite Bauabschnitt mit der Nord-Süd-Achse verwirklicht ist. Selbst wenn es sich ähnlich schwierig gestalten werde, so müsse Beilngries hier seiner Meinung nach unbedingt am Ball bleiben.

Intensiv diskutiert wurde das Thema Kindergartenneubau im Sulzpark. Stadtrat Manfred Thoma nannte den Standort „äußerst ungünstig“. Die Stadtratsmitglieder von BL/FW hätten bei der Entscheidung dazu für einen Alternativstandort bei der Grundschule votiert – „jedoch ohne Erfolg“, wie sie nun bilanzierten. „Bereits jetzt sind die Verhältnisse beim viergruppigen Franziskuskindergarten sehr begrenzt und beengt, und nach der Fertigstellung sollen dort sechs Gruppen unterkommen“, sagte Thoma. In der Nähe des Volksfestplatzes hätte man seiner Meinung nach viel großzügiger und freier bauen können, „auch die Anfahrt hätte dort reibungsloser funktioniert“. Die Zufahrt über den Sulzpark sei bereits jetzt „chaotisch“. „Und die Verhältnisse werden durch die erhöhte Kinderzahl und den zunehmenden Verkehr noch schlimmer“, prophezeite er. Trotzdem, so war man sich in der Runde einig, würden die Mandatsträger von BL/FW die im Stadtrat getroffene Mehrheitsentscheidung respektieren und konstruktiv mitarbeiten. „Aber wir werden darauf achten, dass das vom Bürgermeister gegebene Versprechen, keinen Quadratmeter vom Sulzpark wegzunehmen, eingelöst wird“, so die Ankündigung.

Einen weiteren Schwerpunkt des Treffens bildete die Wohnbaupolitik in Beilngries. Stadtrat Bernhard Merkl bezeichnete es als wichtig, genügend Wohnraum in Beilngries und in den Ortsteilen zu schaffen. Doch die jüngsten „überdimensionierten Mehrfamilienhäuser in gewachsenen Wohngebieten“ bereiten ihm zunehmend Kopfschmerzen. Wenn der Stadtrat dem „ungezügelten Bau von Mehrfamilienhäusern in Wohngebieten“ keinen Riegel vorschiebe, so treibe die Stadt die bereits jetzt immensen Grundstückspreise weiter in die Höhe, befürchtete er. Benjamin Schneider, Ortssprecher in Wiesenhofen, pflichtete ihm bei und bedauerte, dass durch Großbauten wie am Gaisberg „nicht nur der Charakter einer Wohnsiedlung zerstört wird, sondern damit auch ein Teil unserer Heimat verloren geht“.

Konsens besteht in der Gruppe darin, dass Maßnahmen zur Verbesserung der Begehbarkeit der Altstadtgassen 2017 „endlich in die Tat umgesetzt werden müssen“. Gerade für ältere Mitbürger und Eltern sei es wichtig, voll am Leben in der Kernstadt teilnehmen zu können, argumentierte Stadträtin Brigitte Frauenknecht. Seit 2014 werde der Maßnahmenbeginn von Jahr zu Jahr verschoben, so die geäußerte Kritik. Jetzt liege ein Gesamtkonzept vor, die Bauabteilung werde um zwei Kräfte aufgestockt – es gebe also keinen Grund mehr, in diesem Jahr nicht in die Sanierung der Altstadtgassen einzusteigen, so Frauenknecht.

Über gesellschaftliche Vorhaben im Jahr 2017 informierten die beiden Vorsitzenden Bernhard Pöppel und Michael Kühner. So soll neben dem jährlichen Grillfest und dem Volksfestbesuch die Tradition der Informationsfahrten fortgesetzt werden. Die Termine für den Besuch der Werksfeuerwehr und des neuen Presswerks bei Audi und für die Besichtigung eines sechsgruppigen Kindergartens sowie ein Ausflugstermin werden den Mitgliedern rechtzeitig mitgeteilt.